Alles fließt

© Tom Philippi

StadtTheater Lahr

Diese Lahrer Theater-Reihe ist bekannt für eine abwechslungsreiche Mischung von Theater-Klassikern und aktuellen Stücken. Eine Opernaufführung gehört ebenfalls immer dazu.

Weitere Informationen gibt es unter Reihen-Abonnements Abo A.

Aktuelle Veranstaltungen dieser Reihe:

StadtTheater Lahr Tod eines Handlungsreisenden

22.01.2020, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Drama in zwei Akten
Mit Helmut Zierl, Martin Molitor, Frank Voß u. a.
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr.

Mit Helmut Zierl, dem Theater- und Fernsehschauspieler, der aus vielen TV-Produktionen wie z. B. „Tatort“ und „Die Inselärztin“ bekannt ist, kommt ein weiteres prominentes Gesicht nach Lahr. In seiner Rolle als Willy Loman zeigt er die Geschichte eines Menschen, der in einer rein profitorientierten Gesellschaft zum Verlierer werden muss – in Zeiten von Hartz IV und weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrisen aktueller denn je. Willy Loman, dem gealterten Handelsvertreter, wird gekündigt – es gibt keine Verwendung mehr für ihn. Von seiner Familie ist er emotional weit entfernt, seinen Söhnen hat er schon immer den materiellen Erfolg als einzigen Weg zum Glück eingeimpft. Doch beide Söhne werden den Erwartungen ihres eigenen, mittlerweile in Lügen verstrickten Vaters nicht gerecht. Der Familienkonflikt spitzt sich immer weiter zu, bis Loman schließlich nur noch einen einzigen Ausweg sieht … Der amerikanische Autor Arthur Miller erhielt 1949 zahlreiche Preise und Auszeichnungen für dieses, sein bekanntestes, Meisterwerk. Die Inszenierung unter der Regie von Harald Demmer erhielt den 1. INTHEGA-Preis „Die Neuberin“ 2018.

StadtTheater Lahr Geächtet

03.03.2020, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Multikulturelles Stück über religiöse und ethnische Zügehörigkeiten.
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr

Die Auseinandersetzung mit gängigen Klischees über religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten bestimmt dieses multikulturelle Stück, das 2013 mit dem Pulitzer-Preis für Theater ausgezeichnet wurde und im Parktheater Lahr die Wiederaufnahme-Premiere feiert. Wenn ein Moslem, der seine Herkunft verachtet, ein Jude, der Political Correctness über alles stellt, eine Afroamerikanerin im Karriere-Rausch und eine weiße Amerikanerin, die der Kunst des Islams verfallen ist, sich zum Abendessen treffen, dann ist das Konfliktpotenzial gewaltig. Amir begreift nicht, was seine Frau am Islam fasziniert. Isaac, der die Argumente Amirs immer wieder beschwichtigt, wird von Emily angeklagt, überall Antisemitismus zu argwöhnen. Und dann dringt auch noch eine bittere Nachricht in die Runde: Jory ist befördert worden, obwohl Amir viel länger in der Kanzlei arbeitet als sie. Ist es weil …? Und warum stellt sich diese Frage überhaupt? Pulitzer-Preisträger Ayad Akhtar hält in „Geächtet“ der gebildeten, vermeintlich toleranten und selbstgerechten amerikanischen Mittelschicht den Spiegel vor und hinterfragt Meinungen und Perspektiven.

StadtTheater Lahr Antigone

24.03.2020, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Tragödie von Sophokles
Württembergische Landesbühne Esslingen
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr

Kann man das Recht über den Menschen stellen? Lässt sich das so einfach definieren, wenn es um Menschen geht? Vor dieses Dilemma stellte Sophokles sein Publikum mit seiner „Antigone“ schon vor 2.500 Jahren. Der göttliche Fluch gegen Ödipus, der seinen Vater getötet und vier Kinder mit seiner Mutter gezeugt hat, ist an seine Söhne weitervererbt worden. Nach Ödipus‘ Tod haben sich seine Söhne Polyneikes und Eteokles im Kampf um den Thron in Theben gegenseitig getötet. Als neuer Herrscher verfügt deren Onkel Kreon, dass Polyneikes als Angreifer gegen seine eigene Heimat nicht bestattet werden darf. Die Schwester, Antigone, stellt sich in ihrer liebenden und frommen Hingabe an das höhere göttliche Gebot gegen die menschliche Pflicht des Gehorsams: Trotz der von Kreon angedrohten Todesstrafe und der Warnungen ihrer Schwester Ismene will sie ihren Bruder Polyneikes gemäß den religiösen Vorschriften bestatten. Antigone fürchtet den Tod und doch riskiert sie alles. Ihr radikales Handeln gefährdet die Sicherheit des Staates und Kreon wird sich entscheiden müssen. Seine Entscheidung aber setzt eine Gewaltspirale in Gang, die niemanden zu verschonen scheint. Die politischen und moralischen Ansätze, die Sophokles in Antigones tragischer Geschichte aufgreift, lassen sich auch in die heutige Zeit übertragen: auf der einen Seite der Staat, mit seiner Logik des Machterhalts; auf der anderen Seite die Freiheit und die Würde des Menschen.

StadtTheater Lahr Ariadne auf Naxos

28.04.2020, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Oper in einem Akt mit einem Vorspiel von Richard Strauss
Libretto von Hugo von Hofmannsthal
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr

Gleich geht es los, eine Uraufführung steht an! Die Stimmung hinter der Bühne prickelt – alle sind bereit. Aber als der Komponist erfährt, dass nach seiner neuen Oper dem Publikum noch ein Tanzspiel zur Aufheiterung gezeigt werden soll, ist er entsetzt. Nicht genug damit, der Haushofmeister korrigiert auch noch hinterher: Beide Werke müssen aus Zeitgründen gleichzeitig gespielt werden! Mit der Ruhe im Ensemble ist es nun endgültig vorbei. Während der Tenor versucht die Situation für seinen Vorteil zu nutzen, beschwert sich die Primadonna, dass sie nicht mit der Tänzerin auf einer Bühne stehen wird. Allein der Musiklehrer schafft es kurzzeitig, alle zu beruhigen und der Vorhang öffnet sich zu einem Experiment mit offenem Ausgang … Richard Strauss und sein bewährter Librettist Hugo von Hofmannsthal variieren beim Aufeinanderprallen unterschiedlicher Liebes- und Lebensauffassungen meisterhaft Typen des Künstlermilieus und der Commedia dell‘arte: Hier trauert Ariadne, weil sie von Theseus verlassen wurde und sehnt nur noch den Tod herbei – während sich dort Zerbinetta mit vier Liebhabern amüsiert.