© Tom Philippi

StadtTheater Lahr

Diese Lahrer Theater-Reihe ist bekannt für eine abwechslungsreiche Mischung von Theater-Klassikern und aktuellen Stücken. Eine Opernaufführung gehört ebenfalls immer dazu.

Weitere Informationen gibt es unter Reihen-Abonnements Abo A.

Aktuelle Veranstaltungen dieser Reihe:

StadtTheater Lahr Warten auf Godot

16.10.2019, 20.00 Uhr

Parktheater Lahr
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Zwei Landstreicher vertreiben sich die Zeit mit geistreichen Plaudereien über Gott und die Welt. Kostenfreier Einführungsvortrag um 19 Uhr.

Sein Erscheinen ist für sie lebenswichtig. Deshalb warten Wladimir und Estragon seit einer Ewigkeit auf jemanden namens Godot. Dabei wissen die beiden Landstreicher im Grunde nichts über diesen Godot. Und trotzdem verlassen Sie ihren Platz nicht und warten weiter. Hoffnung gibt ihnen allein ein Junge, der mit der Nachricht auftaucht, dass Godot heute zwar verhindert sei, aber morgen ganz sicher kommen werde. Bis dahin vertreiben sich Wladimir und Estragon die Zeit mit geistreichen Plaudereien über Gott und die Welt, alltäglichen Streitereien, absurden Spielen und verrückten Ideen. Der irische Autor Samuel Beckett (1906-1989) wurde 1969 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Der Klassiker „Warten auf Godot“ ist sein bekanntestes Werk, in dem sich jedoch weder zu den Personen noch zu Ort oder Zeit der Geschehnisse genaue Angaben machen lassen. Was aber, wenn das Stück nicht in einem absurden Nirgendwo spielt, sondern eine historische Realität verbirgt? Wenn Wladimir und Estragon auf eine ganz andere, viel konkretere Erlösung warten? Schauspiel in zwei Akten von Samuel Beckett Deutsch von Elmar Tophoven Regie: Thorsten Weckherlin

StadtTheater Lahr Die Kunst der Komödie

21.11.2019, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Das Stück befasst sich mit der Frage, ob zwischen Schauspiel und Wahrheit noch unterschieden werden kann.
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr

Die neue, oberste Verwaltungsbeamtin kommt in den Ort. Am Morgen ihres ersten Arbeitstages begegnet sie dem Theaterdirektor Campese, dessen Vorstadt-Theater kurz zuvor abgebrannt ist. In die Ersatz-Spielstätte, das Stadttheater, kommt sein Publikum aber nicht. Campeses Bitte, die Beamtin möge eine Vorstellung besuchen, um seine Truppe bekannter zu machen, lehnt diese sofort ab. Die Wirklichkeit kommt auf den Bühnen nicht mehr vor, erklärt sie. Da schaue sie lieber fern. Campese beschwört sie dagegen, die Kraft des Schauspiels nicht zu unterschätzen. Denn all die Personen, die bei der Beamtin mit ihren tatsächlichen Problemen und Nöten vorsprechen, könnten auch Schauspieler sein, sie würde den Unterschied nicht bemerken. Die Zweifel lassen die Beamtin ab diesem Zeitpunkt bei keinem ihrer Besucher mehr los… Theaterregisseur und Schauspieler Roberto Ciulli war 1980 Mitbegründer und Künstlerischer Leiter des Mülheimer Theater an der Ruhr. Seither sucht und fördert das Theater multikulturelle Begegnungen. Ciulli hat viele ausländische Ensembles nach Deutschland eingeladen und im Gegenzug gastierte das Theater an der Ruhr europa- und weltweit bereits in 38 Ländern. Für sein politisches und interkulturelles Engagement wurde Ciulli mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2013).

StadtTheater Lahr Heisenberg

12.12.2019, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Komödie in sechs Szenen von Simon Stephens
Deutsch von Barbara Christ
Mit Charles Brauer und Anna Stieblich

Ein Mann wird an einem Londoner Bahnhof auf den Nacken geküsst. Sie, „Georgie“, ist Anfang 40, quirlig, kontaktfreudig und trotzdem einsam. Mit dem Kuss bringt sie das pedantisch geordnete Leben von ihm, dem Gewohnheitsmonster „Alex“, Mitte 70, verbittert, verschlossen und alleinlebend, ganz schön durcheinander. Ungefragt erzählt sie ihm Details aus ihrem Leben. Aber welche davon sind Realität, welche Provokation und welche sind nur ihrer Phantasie entsprungen? Ist ihr Mann abgehauen und lebt Marihuana rauchend in Amsterdam, ist er verstorben oder war sie nie verheiratet? Alex bemerkt irgendwann, dass die Begegnung wohl doch nicht so zufällig war, denn Georgie scheint einen Plan zu verfolgen. Trotzdem lässt er sich auf das Abenteuer ein… Anna Stieblich, bekannt aus „Tatort“, „Polizeiruf 110“, „Küstenwache“ und Charles Brauer, der durch seine Rolle als Hamburger Tatortkommissar (1986-2001) und eine Vielzahl an Fernseh-, Kino- und Theaterproduktionen einem breiten Publikum bekannt geworden ist, treffen als herrlich unromantisches Paar aufeinander.

StadtTheater Lahr Tod eines Handlungsreisenden

22.01.2020, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Drama in zwei Akten
Mit Helmut Zierl, Martin Molitor, Frank Voß u. a.
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr.

Mit Helmut Zierl, dem Theater- und Fernsehschauspieler, der aus vielen TV-Produktionen wie z. B. „Tatort“ und „Die Inselärztin“ bekannt ist, kommt ein weiteres prominentes Gesicht nach Lahr. In seiner Rolle als Willy Loman zeigt er die Geschichte eines Menschen, der in einer rein profitorientierten Gesellschaft zum Verlierer werden muss – in Zeiten von Hartz IV und weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrisen aktueller denn je. Willy Loman, dem gealterten Handelsvertreter, wird gekündigt – es gibt keine Verwendung mehr für ihn. Von seiner Familie ist er emotional weit entfernt, seinen Söhnen hat er schon immer den materiellen Erfolg als einzigen Weg zum Glück eingeimpft. Doch beide Söhne werden den Erwartungen ihres eigenen, mittlerweile in Lügen verstrickten Vaters nicht gerecht. Der Familienkonflikt spitzt sich immer weiter zu, bis Loman schließlich nur noch einen einzigen Ausweg sieht … Der amerikanische Autor Arthur Miller erhielt 1949 zahlreiche Preise und Auszeichnungen für dieses, sein bekanntestes, Meisterwerk. Die Inszenierung unter der Regie von Harald Demmer erhielt den 1. INTHEGA-Preis „Die Neuberin“ 2018.

StadtTheater Lahr Geächtet

03.03.2020, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Multikulturelles Stück über religiöse und ethnische Zügehörigkeiten.
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr

Die Auseinandersetzung mit gängigen Klischees über religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten bestimmt dieses multikulturelle Stück, das 2013 mit dem Pulitzer-Preis für Theater ausgezeichnet wurde und im Parktheater Lahr die Wiederaufnahme-Premiere feiert. Wenn ein Moslem, der seine Herkunft verachtet, ein Jude, der Political Correctness über alles stellt, eine Afroamerikanerin im Karriere-Rausch und eine weiße Amerikanerin, die der Kunst des Islams verfallen ist, sich zum Abendessen treffen, dann ist das Konfliktpotenzial gewaltig. Amir begreift nicht, was seine Frau am Islam fasziniert. Isaac, der die Argumente Amirs immer wieder beschwichtigt, wird von Emily angeklagt, überall Antisemitismus zu argwöhnen. Und dann dringt auch noch eine bittere Nachricht in die Runde: Jory ist befördert worden, obwohl Amir viel länger in der Kanzlei arbeitet als sie. Ist es weil …? Und warum stellt sich diese Frage überhaupt? Pulitzer-Preisträger Ayad Akhtar hält in „Geächtet“ der gebildeten, vermeintlich toleranten und selbstgerechten amerikanischen Mittelschicht den Spiegel vor und hinterfragt Meinungen und Perspektiven.

StadtTheater Lahr Antigone

24.03.2020, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Tragödie von Sophokles
Württembergische Landesbühne Esslingen
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr

Kann man das Recht über den Menschen stellen? Lässt sich das so einfach definieren, wenn es um Menschen geht? Vor dieses Dilemma stellte Sophokles sein Publikum mit seiner „Antigone“ schon vor 2.500 Jahren. Der göttliche Fluch gegen Ödipus, der seinen Vater getötet und vier Kinder mit seiner Mutter gezeugt hat, ist an seine Söhne weitervererbt worden. Nach Ödipus‘ Tod haben sich seine Söhne Polyneikes und Eteokles im Kampf um den Thron in Theben gegenseitig getötet. Als neuer Herrscher verfügt deren Onkel Kreon, dass Polyneikes als Angreifer gegen seine eigene Heimat nicht bestattet werden darf. Die Schwester, Antigone, stellt sich in ihrer liebenden und frommen Hingabe an das höhere göttliche Gebot gegen die menschliche Pflicht des Gehorsams: Trotz der von Kreon angedrohten Todesstrafe und der Warnungen ihrer Schwester Ismene will sie ihren Bruder Polyneikes gemäß den religiösen Vorschriften bestatten. Antigone fürchtet den Tod und doch riskiert sie alles. Ihr radikales Handeln gefährdet die Sicherheit des Staates und Kreon wird sich entscheiden müssen. Seine Entscheidung aber setzt eine Gewaltspirale in Gang, die niemanden zu verschonen scheint. Die politischen und moralischen Ansätze, die Sophokles in Antigones tragischer Geschichte aufgreift, lassen sich auch in die heutige Zeit übertragen: auf der einen Seite der Staat, mit seiner Logik des Machterhalts; auf der anderen Seite die Freiheit und die Würde des Menschen.

StadtTheater Lahr Ariadne auf Naxos

28.04.2020, 20.00 Uhr

Parktheater (ehem. Stadthalle)
Kaiserstraße 107
77933 Lahr
07821/950210

Oper in einem Akt mit einem Vorspiel von Richard Strauss
Libretto von Hugo von Hofmannsthal
Kostenfreier Einführungsvortrag um 19.00 Uhr

Gleich geht es los, eine Uraufführung steht an! Die Stimmung hinter der Bühne prickelt – alle sind bereit. Aber als der Komponist erfährt, dass nach seiner neuen Oper dem Publikum noch ein Tanzspiel zur Aufheiterung gezeigt werden soll, ist er entsetzt. Nicht genug damit, der Haushofmeister korrigiert auch noch hinterher: Beide Werke müssen aus Zeitgründen gleichzeitig gespielt werden! Mit der Ruhe im Ensemble ist es nun endgültig vorbei. Während der Tenor versucht die Situation für seinen Vorteil zu nutzen, beschwert sich die Primadonna, dass sie nicht mit der Tänzerin auf einer Bühne stehen wird. Allein der Musiklehrer schafft es kurzzeitig, alle zu beruhigen und der Vorhang öffnet sich zu einem Experiment mit offenem Ausgang … Richard Strauss und sein bewährter Librettist Hugo von Hofmannsthal variieren beim Aufeinanderprallen unterschiedlicher Liebes- und Lebensauffassungen meisterhaft Typen des Künstlermilieus und der Commedia dell‘arte: Hier trauert Ariadne, weil sie von Theseus verlassen wurde und sehnt nur noch den Tod herbei – während sich dort Zerbinetta mit vier Liebhabern amüsiert.