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© Bernhard Strauss, Freiburg

Kunst in Sicht Jürgen Brodwolf

Kunstwerk von Jürgen Brodwolf
Quelle: Bernhard Strauss, Freiburg
Ausstellung vom 10. Oktober - 07. November 2021 in der städtischen Galerie

Jürgen Brodwolf zeigt eine neue Fassung seiner Installation ICELAND. Es ist die größte und umfangreichste Installation des Künstlers. Sie ist in dreijähriger Arbeit zwischen 1997 und 1999 entstanden.

Ein Bodentuch mit Figurenpaaren sowie ausgelegte Stahlspeicherkästen mit eingelagerten Bildtafeln verweisen auf eine archäologische Ausgrabungsstätte. Der Werktitel ICELAND weckt beim Betrachter Assoziationen von Schneefeld, Gletscher, Eisland und Lavafeld. In den Speicherkästen sind Bildtafeln gestapelt, in denen die Summe an Erfahrungen von privater und öffentlicher Geschichte ab dem Geburtsjahr des Künstlers 1932 bis 1999 künstlerisch verarbeitet ist. Beim Betrachten dieser transparenten, röntgenartigen Schaubilder blickt man quasi durch die Zeitgeschichte ins Innere, Zugedeckte und Vergessene eines zu Ende gehenden Jahrhunderts. Zum Betrachten können die Bildtafeln herausgezogen und wieder zurück geschoben werden. Sie behandeln die Themenbereiche: Geburt – Liebe – Tod, Pygmalion, Figur, Paar, Dresden, Flucht, Krieg, Holocaust, Anastomosen, Gene, Planet – Kosmos – Figur.

Ein zentrales Motiv im Oeuvre von Jürgen Brodwolf ist die Figur, die sich aus einer ausgedrückten Farbtube entwickelte. Seit 1959 beherrscht die Tubenfigur sein künstlerisches Schaffen und wurde zum charakteristischen Erkennungsmerkmal seiner Werke. Von dieser Tubenfigur ausgehend entwickelte der Künstler eine „Figurenfamilie“, die von Blei- über Papier- bis zu Pappmaché- und Leinwand- Figuren reicht. Seit 2002 widmet er sich dem Material Bronze mit den ersten Bronzefiguren.

Jürgen Brodwolf wurde ab 1948 zum Zeichnerlithographen an der Kunstgewerbeschule Bern ausgebildet. 1955 erhielt er ein Eidgenössisches Kunststipendium für Malerei. 1968 folgte ein Stipendium an der Akademie der Künste in Berlin. 1976 erhielt er eine Professur für darstellendes Zeichnen an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim und 1982 eine Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, die er bis 1994 innehatte. Der Künstler lebt in Kandern im Markgräflerland.

Öffnungszeiten der Städtischen Galerie