© Andreas Theurer

Andreas Theurer

"Positionen im Raum"

Ausstellungsdauer: Sonntag, 21. Oktober, bis Sonntag, 25. November 2018

Der Raum spielt eine zentrale Rolle im Werk von Andreas Theurer. Seine Skulpturen nehmen ganze Räume ein. Die reduzierten geometrischen Formen irritieren durch komplexe Strukturen und perspektivische Brüche. „Schräge Raumkonzepte“ nennt Theuerer sie auch.

 

Irritierend ist auch die Materialität. Das erste Urteil trügt vor allem bei seinen neusten Arbeiten aus Wellpappe. Diese bemalt er mit Acryl oder Binder und versetzt sie mit Sand. Dem Auge des Betrachters wird dadurch Schwere, Massivität und Beständigkeit vorgegaukelt wie sie doch eher den Materialien Holz, Metall oder Stein innewohnt.

 

Seine Werke sind manchmal winzig klein und dann wieder geradezu monumental - hochaufragende geschlossene Körperformen. Sie spielen mit Licht und Schatten, mit der Illusion von Fläche und Raum und mit dichten und transparenten Strukturen. Die Oberfläche besteht aus kontrastreichen, malerischen, graphischen, hellen und dunklen Partien. Seine Werke sind komplex strukturierte, in sich ruhende Statuen und architektonische Körper. Sie verfügen über harte, teils holzschnittartige Kanten und Konturen. Beim Umschreiten überraschen sie mit unerwarteten Perspektiven und neuen Deutungsmustern.

 

Theurer, geboren 1956 in Göppingen, wuchs in der bayrischen Stadt Hof auf. Nach dem Bildhauerstudium bei Alfred Hrdlicka an der Kunstakademie Stuttgart und einer Studienreise durch die Sowjetunion, Japan und China arbeitete er als Assistent an der TU Braunschweig am Institut für Elementares Formen. Es folgte eine Lehrtätigkeit an der Universität der Künste Berlin. Seit 1993 lehrt er an der Hochschule Dessau als Professor für Künstlerische Grundlagen der Gestaltung. Zwei Tage die Woche lebt er seitdem in Dessau. Den Rest der Zeit verbringt er im brandenburgischen Töpchen, wo er in den 90er Jahren eine Künstlergemeinschaft mitbegründete.

 

„Er weiß um die den Materialien innewohnende Kraft, die „Materiallatenz, eine unabdingbare Voraussetzung für gute Kunst. Das Zerbrechliche sagt Zerbrechliches, das Schwere Schweres, das Labile Labiles. Die Kunst, zumal die bildende, müsse immer wieder durch das Material hindurch; erst dann könne sie wirken, wirklich sein, zutreffen. Das weiß Andreas Theurer und handelt damit meisterlich.“ (Jochen Boberg, Kunsthistoriker und Kulturmanager)

Hier finden Sie die Öffnungszeiten der Städtischen Galerie.