Skulpturen von Jörg Bach

Jörg Bach

In der Ausstellungsreihe "Kunst in die Stadt!" sind ab Samstag, 12. Mai 2018, Skulpturen aus Stahlblech von Jörg Bach in der Lahrer Innenstadt sowie in der Städtischen Galerie zu sehen.

In vielen Variationen und Größen fertigt der Bildhauer Jörg Bach überwiegend Skulpturen aus vierkantigem Stahlblech. Es sind große und kleine Wandobjekte, Boden- und Freiplastiken, naturbelassen, lackiert oder aus poliertem Edelstahl. Bach gibt ihnen einfache Namen wie Reflektoren, Bodenfrüchte, Zankäpfel, Rundungen, Lebensweg, Zünglein an der Waage, Wolkenkratzer oder Gitter. Die Werke fallen auf durch ihre Verschlingungen oder Verknotungen, mal eher kugelartig, mal extrem langgestreckt. Die Windungen berühren sich nur beinahe und erreichen dadurch Leichtigkeit und Transparenz.

 

Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck, Leiterin der Galerie der Stadt Tuttlingen, schreibt über die Skulpturen des Künstlers:

Zitat

Eisen ist traditionell ein Material, das als unedel galt und eher mit Krieg und Gewalt assoziiert wird. Besonders in seiner rostigen Variante – die einen Teil von Jörg Bachs Arbeit ausmacht entsteht ein spürbarer Gegensatz zur Vollendung der Form. Durch Korrosion bildet sich eine Außenhaut von warmen, rostbraunen Tönen, die gleichzeitig den Eindruck archaischer Rohheit vermittelt. Entsprechend lässt etwa das Objekt „Flüchtige Umarmung“ dem Betrachter die Interpretation offen, ob es sich um eine zarte oder gewaltsame Berührung der Formen handelt. Ist es die Zärtlichkeit im rohen Gewand? Oder handelt es sich um die Gewalt, die sich hinter liebevoller Gestik verbirgt? Diese und andere Gegensätze finden sich auf verschiedene Art in allen Objekten Jörg Bachs. Jene scheinen mit ihrem Umfeld und untereinander zu kommunizieren. Ihre Botschaften sind im Vexierspiel mit ihrem Gegenüber, in den parallelen und gegenläufigen Bewegungen ablesbar. Besonders anschaulich wird das, wenn spiegelnde Flächen dabei sind, aber auch so ist das Spiel der Gegensätze stets spürbar. Wenn man mit seinen Augen auf den gekurvten Bahnen der Objekte auf Wanderschaft geht und Orientierung in dem oft dichten und verschlungenen Ineinander sucht, kommt es zu einer intensiven Zwiesprache zwischen betrachtendem Subjekt und betrachtetem Objekt, das die lebewesenähnliche Rolle eines Gegenübers einnimmt. Indem wir es visuell, gedanklich und emotional zu erfassen suchen, werden wir mit allen Sinnen gefordert. Wir sind gezwungen, das Repertoire unserer eigenen Erfahrungen im Bereich des Wahrnehmens, Denkens und Fühlens abzufragen und unseren Standort zu überprüfen.

Zitat von: Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck